Ich habe diesen Monat Tim Voglers „Nächte der Toten“ durchgelesen und möchte es euch hier kurz vorstellen.

Worum geht es?

Im Zukunfts-Berlin von 2049 rollt nach dem Tod des Kanzlers eine Mordwelle durch alle Stadtteile. Die Ermittler Castorf, Maxim, Doc Orlov und Vasquez haben alle Hände voll damit zu tun, nicht im Sumpf aus Intrigen und Verbrechen zu versinken.

Was mir gut gefallen hat

Die Story beginnt direkt mit einem Mord und zieht den Leser von Anfang an in ihren Bann. Das Setting empfinde ich als spannend und neu und bin positiv überrascht von der Wendung am Schluss.
Viele der Charaktere, wie zum Beispiel „Doc Orlov“ oder „Frucht-Helene“ sind authentisch und tragen dazu bei, dass man sich in die Geschichte hineinversetzt fühlt und mit den Charakteren fiebert.
Aus technischer Sicht hat mir besonders gefallen, dass das Buch trotz Indie-Veröffentlichung professionell aufgemacht ist. Das Cover spricht für sich und besticht durch seine Klarheit und die kontrastreichen Farben. Auch im Buch setzt sich der professionelle Look durch gelungenen Satz, gut lesbare Schrift und optisch gelungene Gestaltung der Kapitelanfänge (mittels Großbuchstaben und Schnörkel) fort. Ich muss allerdings dazu sagen, dass ich die elektronische Version gelesen habe und keine Aussagen zum gedruckten Werk abgeben kann.

Was stört?

Es handelt sich bei dem Thriller um die Fortsetzung des Thrillers „Stunde der Rache“, der ebenfalls im Zukunfts-Berlin von 2049 spielt und dessen Handlung der von „Nächte der Toten“ vorangegangen ist. Auf Amazon heißt es, dass die Teile unabhängig voneinander lesbar sind, doch das gestaltet sich nicht gerade einfach,  denn schnell stellt man fest, dass die Story bereits in vollem Gange ist. Man wird mit einer Fülle von Charakteren geradezu erschlagen, die alle gleich wichtig zu sein scheinen und aus deren Perspektive abwechselnd berichtet wird.
In der Regel versucht der Autor die Perspektive innerhalb eines Kapitels bei einer Person zu lassen, doch hin und wieder werden plötzlich auch Gedanken anderer Personen geschildert, so dass ich zeitweise nicht wusste, wessen Gedanken ich gerade verfolge. Problematisch fand ich auch, dass die Charaktere sich äußerlich ähneln. Warum sind so viele Ermittler im Zukunftsberlin korpulent? Ich hatte an manchen Stellen Probleme, die Ermittler auseinander zu halten.
Zum Glück gibt es ein Personenverzeichnis, doch das Blättern ist auf meinem E-Reader umständlich und das Lesen des ersten Teils hätte sicher vieles erleichtert. Natürlich ist es meine eigene Schuld, dass ich nicht beim ersten Buch begonnen habe, doch ich ließ mich von der oben genannten Beschreibung beeinflussen.
Von der technischen Seite aus ist lediglich eine Tatsache zu bemängeln. Mir ist aufgefallen, dass es etwa ab dem zweiten Teil fast auf jeder zweiten Seite des E-Books einen Rechtschreibfehler gibt. Hier besteht also noch Nachbesserungsbedarf.

Fazit

Die Geschichte an sich kann überzeugen. Sie ist spannend und man fiebert mit den Charakteren mit. Auch das Setting und die Szenarien sind treffend und stimmig beschrieben und man kann sich hervorragend in die Zukunftswelt hineinversetzen.
Die Rechtschreibfehler und das Mindhopping dämpfen das Lesevergnügen leider ein wenig. Dass ich die Personen oft verwechselt habe und das Personenverzeichnis häufig benutzen musste, beziehe ich nicht in meine Abschlussbewertung ein, weil es ja zum Teil meine eigene Schuld ist, dass ich nicht zuvor „Stunde der Rache“ gelesen habe.
Insgesamt hat mir die Lektüre trotzdem Spaß gemacht.