Rezension: Buchwächter: Das Buch der Phantasien

Buchwächter von Andreas Hagemann


Worum geht es?

In Andreas Hagemanns “Buchwächter” geht es um Finn, der in einfachen Verhältnissen auf einem Bauernhof lebt. Seine Eltern lassen ihn zur Schule gehen, damit er rechnen, schreiben und lesen lernt, was Finn mehr interessiert als das Leben und die Arbeit auf dem Bauernhof.
Als er eines Tages vor seinen Mitschülern flieht, die ihn verprügeln wollen, findet er in Arthurs Buchladen Zuflucht. Schnell freundet er sich mit dem kauzigen Buchliebhaber an und lernt dessen magische Helfer kennen. Als Finn eine besondere magische Gabe entwickelt, ruft dies jedoch nicht nur die Buchwächter, sondern auch Nepomuk, Arthurs Gegenspieler, auf den Plan.
Finn entdeckt, dass Bücher tatsächlich ein Schlüssel zu fremden und fantastischen Welten sein können und wie wichtig es ist, sie zu beschützen.

Was gefällt mir gut?

Als ich mein Exemplar des Buchwächters in der Hand hatte, musste ich es erstmal eine Weile staunend betrachten, denn das Cover ist unglaublich schön. Im Verlauf der Geschichte erfährt man, weshalb das Cover so gestaltet ist, was das Äußere mit dem Inhalt des Buches verknüpft.
Die Geschichte selbst lässt ebenfalls kaum Wünsche offen. Sobald man Finn bei seiner Flucht aus der Schule verfolgt, taucht man in die fantasievolle Atmosphäre dieses Buches ein. Die Seiten fliegen nur so dahin, während die liebenswerten Charaktere den Leser durch die Rahmenhandlung und spannungsreichere Abschnitte lotsen. Die Hauptcharaktere sind detailliert und liebevoll ausgestaltet und zu jeder Zeit glaubwürdig.
Gut gefallen hat mir auch die magische Fähigkeit des Protagonisten. Es macht Spaß, Finn dabei zu beobachten, wie er mit seiner Magie die Bösen an der Nase herumführt.
Für mich war einer der schönsten Momente im Buch der, als der Drache Nerol seinen Auftritt hatte. Ich finde ihn einfach großartig und freue mich, dass Andreas Hagemann ihn auch in diese Geschichte eingebaut hat.

Was stört mich?

Es gibt nicht viel, das ich an diesem Buch bemängeln kann.
Wie anderen Lesern vor mir, ist mir ebenfalls aufgefallen, dass die Geschichte zu Beginn etwas an die unendliche Geschichte erinnert. Da sich der “Buchwächter” jedoch gleich nach dem Anfang in eine andere Richtung entwickelt, stört mich dies nicht wirklich, sondern löst angenehme Erinnerungen an das Lesen der alten Geschichte aus.
Der einzige Punkt, den man eventuell kritisieren könnte, ist, dass die Geschichte wirklich durch und durch nett ist. Sie ist zwar durchaus spannend, doch man weiß immer, dass man mit Finn und Arthur auf der sicheren Seite ist. Vielleicht hätte man der Geschichte noch ein wenig mehr Dramatik einhauchen können, wenn die Fähigkeit des Hauptcharakters nicht ganz so stark gewesen wäre oder wenn er weniger überlegt handeln würde. Doch dies ist eindeutig Geschmackssache und meine Empfindung ist sicher zum Teil der Tatsache geschuldet, dass ich überwiegend brutalere Werke lese.

Fazit

Andreas Hagemanns “Buchwächter” ist ein Buch, das ich ohne Einschränkungen empfehlen kann. Es enthält alles, was eine gute Geschichte benötigt:

  • liebenswerte Charaktere
  • Spannung
  • eine fantasievolle Atmosphäre
  • einen fiesen Bösewicht
  • Magie

Ich hatte viel Spaß beim Lesen und freue mich bereits auf den nächsten Teil.

Die verdammte Karte – Dawid vs. Goliath

Dawid vs. Goliath

Ist es möglich, dass in unserer Welt so etwas wie Magie existiert?

Als Dawid, ein neunzehnjähriger Youtuber und Fassadenkletterer, nach einem Sturz von einem russischen Industrieschornstein plötzlich in einem Krankenhaus mitten in Deutschland aufwacht, entpuppt sich sein ungewollter Ortswechsel als sein kleinstes Problem.

Über Nacht wird er zum Gejagten und ihm bleibt nichts anderes übrig, als die Hilfe fremder Menschen anzunehmen.
Auf dem Weg nach Hause kommt es allerdings zu einem Zwischenfall …

Dies ist der Auftakt zur Dark Urban Fantasy-Trilogie Die verdammte Karte“.

Rezension: Blut gegen Blut 2

Blut gegen Blut2

Worum geht es?

In “Blut gegen Blut 2” von Benjamin Spang geht es erneut um Katrina Reichenlicht, die diesmal versucht, ihre Familie vor dem Tod zu retten. Aus diesem Grund will sie die sogenannte Blutschrift finden. Doch auch Vampirkönigin Eliska, die Bluthexe Faedora und Edgar der Schriftjäger haben es auf das Dokument abgesehen.

Was gefällt mir gut?

Wie auch schon im ersten Teil rennt Katrina von einer Gefahrensituation in die nächste und muss diese mit teilweise drastischen Mitteln lösen. Dies führt dazu, dass die Spannung beim Lesen kontinuierlich hoch ist und man förmlich durch die 500 Seiten fliegt. Es gibt reichlich Action sowie etliche Szenen, die blutig enden. Daran und an den “Das kann der Autor doch nicht machen!”- Momenten hätte selbst Quentin Tarantino seine Freude.

Die Story ist vielschichtig angelegt und bietet Einblicke in die Sichtweise der unterschiedlichen Hauptcharaktere. Sowohl Katrina als auch Helena sind starke Persönlichkeiten, die sich durch nichts und niemanden von ihren Zielen abhalten lassen. Trotzdem zeigen beide persönliche Schwächen, die die Figuren glaubwürdig machen. Besonders gefallen hat mir Katrinas Entwicklung in Bezug auf ihre Familie und ihre Entscheidung am Schluss, die zeigt, wie erwachsen sie geworden ist, und dass sie gelernt hat, mit der Situation umzugehen.

Die übergeordnete Thematik wurde geschickt in den Plot eingearbeitet. Es geht um das Schüren der Angst der Menschen vor dem Unbekannten, hier in Form der Werwölfe und Vampire, die von den Menschen als blutrünstige Monster gesehen werden. Aktueller könnte die Thematik kaum sein.

Besonders hervorheben möchte ich, dass dieses Buch trotz der Tatsache, dass es laut Autor einen dritten Teil geben wird, ein sehr zufriedenstellendes Ende hat.

Was stört mich?

Wie schon beim ersten Teil gibt es auch hier nicht viel zu bemängeln.

Bei Teil 1 hat mir der teilweise recht lockere Ton, mit dem Menschen, Werwölfe und Vampire niedergemetzelt wurden, nicht recht gefallen. Doch in Teil 2 ist der Ton generell ernster und die Geschichte dunkler, was der Thematik gut tut.

Unschön fand ich lediglich die Darstellung der Tötung mehrerer Kinder, doch dies war für die Geschichte notwendig und zeigt die Grausamkeiten, zu denen Menschen/Vampire fähig sind, wenn sie sich von ihren Ideologien blenden lassen.

Fazit

Es hat mir Spaß gemacht, Blut gegen Blut 2 zu lesen. Meine Erwartungen hinsichtlich Story und Charakterentwicklung wurden nicht enttäuscht und ich freue mich schon auf Band 3, auch wenn ich mich frage, wie das Ganze ausgehen soll.

Ein Bullet-Journal für 2019

Bullet Journal im Disc-Bound-Format
eines meiner alten Bullet Journals
So kann ein Bullet-Journal aussehen

Wie bereits berichtet, habe ich vor einiger Zeit mein altes Bullet-Journal ausgewertet. Auch im kommenden Jahr werde ich ein Bullet-Journal führen. Doch diesmal wird es kein gebundenes Notizbuch sein, sondern ein Discbound-Planer.

Warum ein Discbound-Planer und kein gebundenes Buch?

Ein gebundenes Buch hat den großen Vorteil, dass es nicht aus einer losen Blattsammlung besteht und daher nicht so schnell zerfleddert.

Ein für mich entscheidender Nachteil ist jedoch, dass ich Inhalte nicht nachträglich ordnen kann und dass zwangsläufig leere Seiten am Ende des Jahres übrig bleiben oder zu wenig Seiten vorhanden sind, so dass man mitten im Jahr ein zweites Buch anfangen muss. (Das war bei mir bisher immer der Fall.)

Darum habe ich mich dazu entschieden, es mit diesem modularen System zu probieren. Ob es mir gefällt, bleibt abzuwarten.

Wie baut man sich einen Discbound-Planer?

Man benötigt spezielle Ringe aus Plastik oder Metall, die das Papier später binden. Dann kann man das Papier seiner Wahl zurechtschneiden und die Lochung am Rand entweder mit einem normalen Locher und einer Schere erzeugen oder mit einem speziellen Locher direkt ausstanzen.

Mein neues Bullet Journal
Mein Discbound Bullet Journal

Ich habe mir Vorlagen für bestimmte Teile meines neuen Bujos am Rechner erstellt, die ich euch gerne zur Verfügung stellen möchte. Man kann sie auch verwenden, um sich einen DIN-A5-Ringplaner o.Ä. zu basteln.

Um die Dateien anzusehen und herunterzuladen, klicke hier.

Rezension: Seelenläufer

Seelenläufer
Cover Seelenläufer
Seelenläufer von Bianca Fuchs


Worum geht es?

Zoyas Welt bricht zusammen, als ihr Großvater stirbt. Doch der Schmerz, den sie empfindet, ist tiefgreifend und zwingt sie dazu, eine Verwandlung durchzumachen. Als Zoya nach ihrem Martyrium erwacht, ist nichts mehr wie zuvor. Zum Glück helfen ihr Jasper und dessen Vater, die magischen Veränderungen zu verstehen.

Und dann taucht plötzlich Rob auf, den Zoya anziehend findet, obwohl Jasper und sein Vater sie vor ihm warnen.

Was gefällt mir gut?

In flüssigem Schreibstil vermag es die Autorin, mich als Leserin mit ihrer spannenden Geschichte in den Bann zu ziehen. Die Charaktere sind glaubwürdig, vielschichtig und abgesehen von Jasper, den ich ziemlich zickig finde, auch sympathisch.

Das Setting ist ungewöhnlich und die Art, wie Magie ausgeübt wird, ist für mich neu. Ich kann mich nicht daran erinnern, schon einmal etwas Ähnliches im Bereich Urban-Fantasy gelesen zu haben. Besonders spannend fand ich den Aspekt der Bedeutungen der Farben der verschiedenen Seelen.

Auch die Gestaltung des Buches gefällt mir gut. Das Cover lädt zum Lesen ein und auch der Satz ist gelungen. Fehler habe ich ebenfalls keine entdeckt.

Was stört mich?

Nicht so toll fand ich den klassischen Romeo-und-Julia-Hintergrund der Geschichte, doch ich bin generell kein großer Fan von Liebesgeschichten und daher war das zu erwarten. In den meisten Urban-Fantasy-Geschichten gibt es mindestens eine Liebesgeschichte und auch eine typische Dreiecksbeziehung. Dieser Roman macht da keine Ausnahme. Von daher denke ich, dass die Lesererwartungen des Genres getroffen werden. Ich möchte betonen, dass die Geschichte zu keinem Zeitpunkt unglaubwürdig oder kitschig wirkte, so dass ich für das Vorhandensein einer Liebesgeschichte keine Sterne abziehen will.

Fazit

Wenn man einen spannenden Roman im Genre Urban-Fantasy sucht, der sowohl die klassischen Themen wie “Magie”, “Veränderung in der Jugend” und “Liebe” abdeckt als auch actionreich ist, ist man mit diesem Roman gut beraten.

Die Geschichte berührt und es gab viele spannende Szenen, weshalb mir das Lesen trotz meiner mangelnden Begeisterung für Liebesgeschichten sehr gefallen hat. “Seelenläufer” macht Lust auf mehr!

2018 – Alte Ziele & Neue Projekte

Pläne schmieden macht Laune!

In den letzten Tagen habe ich meine Bujo-Einträge ausgewertet und dabei interessante Erkenntnisse gewonnen.

  • Ich habe meine Ziele für die einzelnen Monate zum Teil nicht erreicht. 🙁
  • Ich habe meine Ziele für 2018 trotzdem alle erreicht und einige sogar übertroffen!
  • Ich habe eines meiner Langzeitziele erreicht, worüber ich mich besonders freue.

Wie konnte das passieren?

Gemäß meinem Vorsatz, mich mit meinen Monatszielen selbst herauszufordern, habe ich meine Jahresziele erreicht. Ich war überrascht, als ich die Liste durchgegangen bin und festgestellt habe, dass ich meine Ziele tatsächlich alle erreicht hatte.

Dabei habe ich in einigen Bereichen gemerkt, dass noch mehr möglich gewesen ist. Hier habe ich meine eigenen Jahreserwartungen übertroffen, ohne dass ich das im Verlauf des Jahres wirklich gemerkt habe.
In anderen Bereichen blieb ich hinter den Monatserwartungen zurück. Zum Teil war dies der Flut von Aufgaben im Brotjob geschuldet, zum Teil aber auch einfach der üblichen Prokrastination. Gut erkennen konnte ich das an meinen Trackern, die mir einen Überblick über erledigte Aufgaben geben, die mich meinen Zielen näher bringen.

Fazit

Dieses Jahr war für mich sehr erfolgreich. Vindex wurde veröffentlicht und ich habe eine Menge gelernt, das ich für meine Schriftstellertätigkeit gebrauchen kann.

Für das kommende Jahr muss ich mir nun ganz neue Ziele setzen, die mich meinen Langzeitzielen näher bringen. Darauf freue ich mich sehr.

Überhaupt stehen 2019 tolle Projekte an.
Auf jeden Fall werde ich ein spannendes Schreibprojekt angehen und es ist einiges an Arbeit an der Graphic-Novel geplant. Es wird auch wieder eine Veröffentlichung geben und ich möchte meine Fähigkeiten in Japanisch und beim Karate verbessern.

Rezension: Lockwood&Co – Die seufzende Wendeltreppe

Ich habe vor einiger Zeit einen Gutschein gewonnen und mir daher ein paar Bücher von Arvelle.de bestellt. Die ersten beiden habe ich inzwischen ausgelesen und möchte euch heute das Buch “Lockwood & Co – Die seufzende Wendeltreppe” von Jonathan Stroud vorstellen.

Worum geht es?

In London, zu einer Zeit, in der Geister und Dämonen das ganze Land unsicher machen und Menschen umbringen, gibt es eine Menge Agenturen, die versuchen sich dieses Problems anzunehmen. Eine von ihnen ist die Agentur Lockwood & Co, die mit ihren drei jungen Agenten versucht, die etablierte Szene aufzumischen. Wie alle Agenturen ist auch diese auf die besonderen Fähigkeiten von Kindern angewiesen, doch bei Lockwood & Co gibt es keinen erwachsenen Berater, der Lockwood, Lucy und George zur Seite steht. Gerade als sich das Team zusammenrauft, gerät durch einen Unfall alles außer Kontrolle. Die Geschädigten verlangen eine hohe Summe als Schadensersatz, weshalb die drei Agenten ihr Leben und die Agentur riskieren müssen, um beim nächsten Job eine Spukvilla von ihren Dämonen bzw. Geistern zu befreien.

Was gefällt mir gut?

Die ganze Geschichte ist trotz des fantastischen Settings streng logisch aufgebaut. Es gibt nicht einen Moment, in dem man an den Motiven der Charaktere zweifelt oder in dem das Handeln der Charaktere nicht eine logische Folge von gegebenen Tatsachen wäre. Besonders beeindruckt hat mich, dass die Anschlussszenen immer perfekt angegliedert waren. Also hielt Lucy in einer Szene ihre Koffer in den Händen, kann sie in der folgenden Szene nicht noch zusätzlich eine Taschenlampe tragen. Daher hält sie die Taschenlampe mit dem Mund.

Die Geschichte ist spannend und abwechslungsreich geschrieben. Die Charaktere sind hervorragend ausgearbeitet und man fiebert mit den drei Agenten mit, wenn sie ihren neuen Auftrag angehen.

Außerdem hat mir gut gefallen, dass die Geschichte eine Vielzahl verschiedener Konflikte enthält, die zwischen den einzelnen Haupt- und Nebenfiguren schwelen und schöne Spannungsbögen kreieren.

Was stört mich?

Nicht viel eigentlich. Ein wenig schade fand ich, dass ich etwa ab der Hälfte wusste, was “damals” passiert sein musste und wer der Bösewicht in der Geschichte ist. Trotzdem fand ich es spannend zu beobachten, welche Wege die drei gehen mussten, damit sie am Ende zu der von mir bereits vorausgeahnten Lösung des Falls kamen.

Fazit

Obwohl das Buch sich ja eher an ein jüngeres Publikum richtet, konnte es mich durchweg überzeugen. Ich fand viele Szenen spannend und würde gerne den nächsten Teil lesen, sobald ich meinen Stapel ungelesener Bücher abgearbeitet habe 😉

Für alle, die leicht gruselige Geschichten mit tollen Dialogen und zwischenmenschlichen Konflikten mögen und fantastische Elemente in Geschichten nicht scheuen, spreche ich eine klare Leseempfehlung aus.

Wie bleibe ich motiviert?

Ich schreibe mittlerweile schon seit ein paar Jahren Geschichten, doch erst in diesem Jahr ist es mir gelungen, einen Roman bei einem Verlag “unterzubringen”. Trotzdem konnte ich mich dazu motivieren, immer weiterzumachen.

Komisch eigentlich… oder nicht?

Es ist kein streng gehütetes Geheimnis, wie man es schafft, bei der Stange zu bleiben. Alles, was man dazu benötigt, sind (im Wesentlichen) drei Faktoren: eine positive Einstellung, eine Art Belohnung und den nötigen Druck.

Aber schön der Reihe nach.

Positive Einstellung

Hiermit sind zwei Dinge gemeint. Zum einen die Einstellung zum Schreiben selbst. Man kann keinen Erfolg haben, wenn man selbst vom eigenen Scheitern überzeugt ist (Selbsterfüllende Prophezeihung). Zum anderen geht es aber um die Stimmung, in der man sich befindet, wenn man sich an den Schreibtisch setzt.

Schreiben an sich ist eine Tätigkeit, bei der es auf kreative und überzeugende Einfälle ankommt. An diesem Punkt kann man ansetzen.

Während meines Studiums haben wir in einem Psychologiekurs für ein Experiment zwei Gruppen gebildet. Wir zeigten der ersten Gruppe eine Reihe von witzigen, kurzen Youtube-Videos und versetzten die Gruppe damit in gute Laune.

Die zweite Gruppe wurde (in einem anderen Raum) darum gebeten, sich etwas besonders Trauriges vorzustellen.

Anschließend ließen wir alle Teilnehmer in jeweils der gleichen Zeit so viele unterschiedliche Begriffe zu einem bestimmten Thema brainstormen, wie es den Probanden möglich war.

Das Ergebnis überraschte uns alle. Die Gruppe der positiv gestimmten Personen fand durchschnittlich deutlich mehr Begriffe, als die Gruppe der negativ gestimmten Personen.

Man darf also schlussfolgern, dass Kreativität und gute Laune bis zu einem gewissen Grad zusammenhängen.

Es gelingt mir nicht immer, mich in gute Laune zu versetzen, wenn ich schreiben möchte. Doch wenn ich mich unkreativ fühle und mit dem Schreiben nicht vorankomme, kann ich zumindest versuchen, durch diesen kleinen Trick meine Laune kurzzeitig zu heben, um schließlich in den Arbeitsfluss eintauchen zu können.

ACHTUNG: Nur weil man sich 3 Stunden Videos anschaut, wird die Laune nicht automatisch immer besser. 1-2 kurze Clips reichen vollkommen aus, um die Kreativität anzukurbeln.

Belohnung

Eigentlich ist es logisch und das Prinzip ist uns wohl bekannt. Wenn man eine Person belohnt, nachdem sie etwas getan hat, wird sich das Auftreten der Handlung steigern. Es handelt sich hier um klassische Konditionierung.

Warum dieses Prinzip also nicht auf sich selbst anwenden? Hierfür benötigt man ein Messinstrument wie z.B. einen Wortzähler oder einen Tätigkeitstracker. Nach getaner Arbeit checkt man, ob man sein Ziel erreicht hat und belohnt sich.

Dabei muss man darauf achten, dass die Teilziele klein genug sind, um schaffbar zu sein, jedoch groß genug, um eine Herausforderung darzustellen.

Je nach Art des Ziels kann die Belohnung unterschiedlich ausfallen. Also z.B. nach 1600 Wörtern trinke ich einen Cappu oder ich male eine Kachel in meinem Tätigkeitstracker an, gehe eine Runde spazieren oder schaue mir einen (!) kurzen Clip auf Youtube an. … Die Möglichkeiten sind endlos.

Positiver Nebeneffekt dieser Methode ist, dass man sich A) schon vor der Arbeit auf die Belohnung freut und das mit dem Schreiben in Verbindung bringt und dass man sich B) in positive Stimmung versetzt (siehe oben).

Druck

Druck ist etwas, mit dem wir oft Negatives in Verbindung bringen. Wir empfinden dann Stress und häufig spielen Versagensängste oder soziale Ängste eine besondere Rolle.

Es gibt aber auch positiven Stress, der zur Motivation beitragen kann. Diesen positiven Stress nennt man “Eustress“. Er erhöht die Aufmerksamkeit und fördert die Leistungsfähigkeit des Körpers.

Zu Eustress kommt es zum Beispiel dann, wenn man eine bestimmte Leistung erbringt und im Erreichen eines Ziels einen Glücksmoment erlebt. Kletterer erleben Eustress zum Beispiel, wenn sie wissen, dass sie gleich den Gipfel erreichen.

Wenn die Route jedoch zu einfach ist, empfinden sie dies nicht. Ist die Route zu schwierig, fühlen sie sich eher negativ gestresst. Die Versagensängste sind dann zu groß.

Es ist also eine Frage der Erreichbarkeit des Ziels, ob man positiven Druck empfindet, der einen zum Arbeiten motiviert.

Dieses Wissen kann man für sich nutzen, indem man seine großen Ziele in Teilziele aufgliedert. Nehmen wir an, dass das Ziel lautet: “Ich bin bekannter Autor/bekannte Autorin.”

Schreibe ich mir dieses Ziel auf die Fahne, fühle ich mich überfordert und gebe wahrscheinlich auf.

Daher sollte man sich ansehen, welche Dinge auf dem Weg zu dem großen Ziel eintreffen müssen, damit ich irgendwann bekannte Autorin/bekannter Autor bin.

Also z.B.:

  • Ich habe viele Bücher veröffentlicht
  • Mein Verlag macht Werbung für mich

Aber auch diese Voraussetzungen sind noch zu groß, denn um viele Bücher veröffentlicht zu haben, muss ich erstmal eines schreiben.

Also setze ich mir als geringstmögliches Ziel z. B.:

  • Ich schreibe 1600 Wörter pro Tag.

Dieses Ziel als solches baut (zumindest bei mir) jedoch noch keinen Druck auf. Dafür setze ich mir einen Zeitrahmen, in dem ich diese Vorgabe einhalten möchte. Also z.B. 8 Wochen. Dann kündige ich mein Vorgehen meiner Familie und/oder meinen Freunden an (manche Autoren kündigen es auch öffentlich an), damit ich selbst nicht kneifen kann, und lege los.

Schaffe ich es, belohne ich mich wie oben angegeben. Schaffe ich es nicht, muss ich damit leben, dass andere davon wissen, dass ich mein Ziel nicht erreicht habe. Für mich persönlich reicht das aus, um positiven Stress zu empfinden.

ÜBRIGENS: Man kann sich solche Ziele auch für alle anderen Tätigkeiten setzen, die mit dem Erstellen eines Buches zusammenhängen.

Fazit

Wenn ich das kann, könnt ihr das auch!

Setzt euch motivierende Teilziele, versetzt euch in eine positive Stimmung, baut ein wenig Druck auf, damit ihr das Gefühl habt, dass ihr anfangen müsst, und legt los. Haut in die Tasten und schreibt euer Buch.

Ich bin ein Chaospony

Heute gibt es ein Update in Bezug auf meine Bücher.

Seit dieser Woche ist es nämlich offiziell: Ich habe einen Verlagsvertrag für Vindex erhalten und freue mich riesig darüber.

Wie konnte das passieren?

Nachdem ich die Anmerkungen meiner Testleser eingearbeitet hatte, habe ich eine Anfrage per Mail an den Chaospony Verlag gesendet. Im Anschluss habe ich mich dann ganz klassisch mit einem Exposé und einer Leseprobe beim Verlag beworben.

Es hat ein paar Tage gedauert, doch dann erhielt ich die Rückmeldung der Verlegerin, dass mein Buch gut ins Verlagsprogramm passt und inhaltlich und stilistisch gut genug ist, um vom Verlag veröffentlicht zu werden.

Was bedeutet das für mein Buch?

Mein Buch wird nun von einer professionellen Lektorin durchgearbeitet. Sie versieht den Text mit Anmerkungen und Änderungswünschen, die ich dann sichten und einarbeiten werde. Im Anschluss wird das Buch noch einmal auf Rechtschreibung und Zeichensetzung gelesen und korrigiert.

Und dann?

Ja dann bekommt das Buch ein Cover und wandert in den Druck!

Just for fun – Assoziationstraining 1

Diese Übung ist dazu gedacht, deine kleinen grauen Zellen auf Trab zu bringen und deine Kreativität zu steigern. Es geht um einen Wettbewerb mit deinem Ich aus der Vergangenheit bzw. Zukunft.

Assoziationstraining

Es funktioniert so:

  1. Du schnappst dir ein bis zwei Blätter Papier.
  2. Du holst einen Stift dazu.
  3. Du nimmst dein Handy heraus und öffnest die Stoppuhr-App.
  4. Du schreibst das Thema auf, das ich dir gleich nenne, und schreibst für fünf Minuten alle Dinge auf, die dir dazu einfallen. (Mit der Stoppuhr-App stoppst du die Zeit.)
  5. Wenn die Minuten um sind, zählst du die Dinge.
  6. Schaue dir ein lustiges Video auf Youtube an (gute Laune steigert die Kreativität).
  7. Wiederhole die Übung (evtl. auf einem zweiten Blatt) und zähle, wie viele Dinge dir diesmal eingefallen sind. Wenn dir mehr Punkte eingefallen sind, hast du gegen dein Ich aus der Vergangenheit gewonnen. Andernfalls hast du verloren.

Achtung: Du darfst beim zweiten Durchgang keine Punkte aus dem ersten Durchgang wiederholen!

Hier kommt das heutige Thema:

ungewöhnliche Todesarten