NaNoWriMo – Roman in einem Monat

Wie in jedem Jahr
startet der National Novel
Writing Month
, kurz NaNoWriMo, am ersten November. Mir ist gerade
aufgefallen, dass dies bereits in ein paar Tagen ist.

Für alle, die sich
gerade fragen: „Was zum Geier ist ein NaNoWriMo?“ hier die Antwort:
Es ist ein
internationales Schreibprojekt des Amerikaners Chris Baty, das jährlich stattfindet und im
Internet „zelebriert“ wird.
Ziel ist es, in der
Zeit vom ersten bis zum dreißigsten November einen Roman im Umfang von 50.000
Wörtern zu schreiben. Dabei spielt es keine Rolle in welcher Sprache der Roman verfasst wird.
Es ist klar, dass man in 30 Tagen keinen Roman zur
Druckreife bringen kann. Aber das ist auch nicht das Ziel der Aktion. Am Ende
soll der Teilnehmer möglichst einen ersten Entwurf seines Romans fertiggestellt
haben. (Aber auch das ist ja schon eine Menge Arbeit.)
Meine Erfahrungen

Für mich war es
bisher zeitlich nie möglich, ausgerechnet im November einen Roman zu verfassen. Jedoch
habe ich bereits zwei Mal eine Romanrohfassung innerhalb eines Monats
geschrieben. Zuletzt in diesem Sommer für die RoRoRo-Krimiwerkstatt.
Ich überlege jedoch,
ob ich in diesem Jahr teilnehme. Es kann ja eigentlich nicht schaden.
Später mehr dazu.
Für mehr Infos zum
NaNoWriMo klickt hier: http://nanowrimo.org/en/faq

Scapple review

Das Programm Scapple ist seit einiger Zeit auf dem Markt und verspricht grenzenlose Freiheit beim Sammeln oder Sortieren von Gedanken. Ich habe dieses Programm getestet und werde kurz erklären:

1. was Scapple eigentlich ist
2. wozu man Scapple braucht
3. welche Vorteile Scapple bietet
4. wie man Scapple benutzt
5. meine Meinung zu Scapple

1.    Was ist Scapple?

Scapple ist ein Programm der Firma Literature & Latte. Es wurde entworfen, um Ideen so effektiv und schnell wie möglich in den PC zu bekommen und dabei Verbindungen aufzeigen zu können.

2.    Wozu braucht man Scapple?

Scapple kann man als Mindmapping-Software, Programm zum Festhalten von Plots oder einfach zum Sammeln von Ideen verwenden.
Das Programm ist dabei kein Mindmapping-Programm im herkömmlichen Sinne, sondern bietet eine Art „freie Fläche“, um Ideen visuell festzuhalten und sie anschließend mit anderen Notizen zu verknüpfen und später wenn nötig wieder umzusortieren.
Durch diese Flexibilität soll Scapple kreative Ideenfindung unterstützen.

3.    Welche Vorteile bietet Scapple?

  • Man kann verschiedene Verbindungslinien zwischen beliebigen Notizen ziehen.
  • Alle Notizen sind gleichwertig – es gibt keine über-/untergeordneten Notizen.
  • Es gibt keine zentrale Startnotiz – man kann beginnen, womit man will und wie man will.
  • Man kann Notizen auch im Nachhinein noch verschieben (auch nachdem man Notizen mit anderen verbunden hat).
  • Man kann problemlos Grafiken, PDFs und Textdateien importieren.
  • Es ist immer genug Platz vorhanden, da dieser nicht beschränkt ist.
  • Man kann einzoomen und auszoomen.
  • Scrivener-Benutzer können die Scapple-Dateien direkt importieren.

4.    Wie benutzt man Scapple?

a)    Download und Installation

Die Firma Literature & Latte bietet das Programm Scapple zum Download an. Entweder als kostenlose Testversion, die 30 Tage nutzbar bleibt, oder als kostenpflichtige Vollversion für 14,99$ (bzw. 12$ als Schüler-/Studentenversion), zu beziehen über die Website der Firma: literatureandlatte.com
In jedem Fall wird man zu einer Downloadseite geleitet und kann das Programm anschließend bequem auf den eigenen Rechner laden.
Die Installation verläuft nach einem Doppelklick auf die Exe-Datei problemlos mit Hilfe eines Installers.

b)    Erste Schritte

Wenn man Scapple startet, wird ein leeres Fenster geöffnet, das einen Hinweis enthält, wie man eine sogenannte “Note”, also eine Notiz, erstellt.

 (double click anywhere to create a Note)

Wer aber meint, gleich loslegen zu können, erfährt eine kleine Überraschung, denn das Programm läuft standardmäßig erst einmal mit englischem Tastaturlayout.
Dies lässt sich nur ändern, wenn man mit Hilfe des Menüs Edit>Spelling>Dictionaries das deutsche Wörterbuch herunterlädt und installiert.

Nach einem Neustart des Programms wird das deutsche Tastaturlayout erkannt und man kann mit dem Erstellen eigener Notizen loslegen.

c)    Von einfachen Notizen zu komplexen Diagrammen

Um eine Notiz (eine sog. Note) zu erstellen, klickt man doppelt in den Bildschirm und benennt die erste Notiz nach Wahl.
Spätestens bei der zweiten Notiz fragt man sich, wie man die schicken Verbindungslinien hinbekommt, die man auf den Bildern der Herstellerwebsite gesehen  hat.

Nichts leichter als das. Man schiebt eine Notiz mit gedrückter Maustaste auf eine andere Notiz und lässt die Maustaste dann los. Voilà, eine gestrichelte Line erscheint.

Scapple benutzt drei verschiedene Arten von Verbindungslinien.
Zum einen die bereits erwähnte gestrichelte Linie. Diese Linie kann man löschen, indem man die zweite Notiz wieder auf die erste zieht.

Die zweite Linienart ist ein Pfeil in eine Richtung. Man erhält einen solchen Pfeil, indem man gleichzeitig die Alt-Taste drückt und eine Notiz auf die andere zieht.
Alternativ findet man diese Option auch im Menü Notes>Connect With Arrow. Die Reihenfolge der Markierung entscheidet über die Pfeilrichtung.

Die dritte Möglichkeit ist ein Doppelpfeil. Man erhält ihn, wenn man nach der Erstellung eines normalen Pfeils die andere Notiz mit gedrückter Alt-Taste zurück auf die erste Notiz zieht.

Alternativ kann man den zweiten Pfeil durch erneutes Markieren der beiden Notes in umgekehrter Reihenfolge mit anschließendem Klick auf das Menü Notes>Connect With Arrow einstellen.

Eine Löschung aller Pfeile zwischen zwei Notizen ist möglich, indem man (nach dem Markieren der betreffenden Notizen) gleichzeitig die Tasten Strg, Alt, Schift und . (Punkt) drückt. Oder man wählt im Menü Notes>Disconnect.
Mit einem Doppelklick auf eine Verbindungslinie erstellt man eine neue Notiz, die mit beiden Notizen verbunden ist.

d)    Formatierung

Die Formatierung von Notizen gestaltet sich wie bei jedem Textverarbeitungsprogramm. Für mich ist die einfachste Variante, den sogenannten Inspector im Menü View aufzurufen. Im darauf erscheinenden Fenster sind alle wichtigen Einstellungen für das Aussehen der Notes sowie des gesamten Dokuments per Klick erreichbar.

e)    Bilder, Texte, PDFs

Bilder, Texte und PDFs lassen sich per Drag&Drop aus einem Ordner des Computers in Scapple hineinziehen.

Bei Texten wird man gefragt, ob man die Texte als einzelne Notizen einfügen möchte.

f)    Background Shapes

Per Rechtsklick auf den Bildschirm lassen sich sogenannte Background Shapes einfügen. Diese Kästen dienen dazu, Bereiche voneinander abzugrenzen.
Mit Hilfe des Inspektors kann man die Background Shapes magnetisieren. So lassen sich alle Notizen, die innerhalb des Background Shapes liegen, mit dem Background Shape auf dem Bildschirm verschieben.

g)    Export

Möchte man das Dokument auch außerhalb von Scapple verwenden, kann man über das Menü File>Export wählen, in welches Format die Datei exportiert werden soll. Zur Auswahl stehen:
pdf, Bilddatei (verschiedene Formate), txt, rtf und opml

5.    Fazit

Scapple zu benutzen macht wirklich Spaß. Es ist übersichtlich und nahezu intuitiv zu bedienen. Ideen damit zu Strukturieren gelingt schnell, wenn man sich an die entsprechenden Menüs bzw. die Tastenkombinationen gewöhnt hat.
Ein deutlicher Pluspunkt ist, dass man Bilder und andere Formate ohne Probleme in die eigenen Ideen integrieren kann.
Der Preis von 14,99$ für die normale Version und 12$ für die Education Version ist meiner Meinung nach angemessen. Für mich persönlich bleiben bei dem Programm keine Wünsche offen.

Analyse der Ersten Sätze

Jetzt also die Analyse.

Dabei
unterscheiden die Schreibratgeber in verschiedene Anfangssatzstypen. Hier mein
Versuch die oben aufgeschriebenen Sätze in die Kategorien meines Lieblingsschreibratgebers
zu „quetschen“.

Nr. 1 ist
eine Beschreibung des Charakters der Dursleys. Durch die Übertreibung ist dem
Leser sofort klar, dass es im Buch nicht so normal weiter gehen wird.
Nr. 2, 8
und 9 sind chronologische Anfänge, die einen kleinen Ausblick auf die Zukunft
bieten, wodurch Spannung entsteht. Besonders gut gefällt mir Nr. 8, weil die
Vorstellung, dass der eigene Todestag lustig sein könnte, irgendwie komisch
ist.
Nr. 3, 4, 5
und 10 sind direkte Einstiege in eine Szene. Der Autor beschreibt etwas und
zieht den Leser damit sofort in die Geschichte. Dabei scheint mir der Einstieg
immer dann besonders interessant, wenn die getroffene Aussage von mir als
„krass“ empfunden wird.
Nr. 7 ist
eine Mitteilung. Wenn es dabei nicht um die Haut ginge, wäre die Aussage
wahrscheinlich langweilig.
Bei Nr. 6
bin ich mir nicht sicher. Auf der einen Seite wird eine Mitteilung gemacht,
doch andererseits wird der Tag genannt, an dem etwas Bestimmtes passierte.
Vielleicht ist es eine Mischform aus Mitteilung, direktem Einstieg und
chronologischem Anfangssatz.

Wie man sieht, stehen bei
diesen 10 Büchern die chronologischen Anfänge und die szenischen Einstiege hoch
im Kurs. Das heißt natürlich nicht, dass die anderen ersten Sätze schlechter
sind.

Der erste Satz

Da ich
immer an meinen ersten Sätzen hadere, habe ich mir die Mühe gemacht und
verschiedene erste Sätze aus einigen meiner Lieblingsbücher herausgeschrieben.
Dabei habe ich darauf geachtet jeden Autor nur einmal zu zitieren und versucht,
nicht nur Thriller einzubeziehen.
Interessant
wäre sicherlich auch, ob es genretypische Ähnlichkeiten gibt. Doch dazu ein
anderes Mal mehr. 
Und hier
sind sie
(in der Reihenfolge ist keine Wertung versteckt):
1. Mr. und Mrs. Dursley im Ligusterweg Nummer 4 waren stolz darauf, ganz
und gar normal zu sein, sehr stolz sogar. (Harry Potter und der Stein der
Weisen/J.K. Rowling)
2. Der Wind heulte durch die Nacht und trug einen Duft heran, der die
Welt verändern sollte. (Eragon/Christopher Paolini)
3. Sie kratzte sich an den glatten Wänden die Fingerspitzen blutig und
hämmerte mit den Fäusten an die dicken Scheiben, bis sie ihre Hände nicht mehr
spürte. (Erbarmen/Jussi Adler Olsen)
4. Der Mann in Schwarz floh durch die Wüste, und der Revolvermann folgte
ihm. (Der dunkle Turm – Schwarz/Stephen King)
5. Zu Billys Verwunderung war das Dorf völlig ausgestorben. (Nacht ohne
Gesicht/Rennie Airth)
6. Ich erinnere mich noch genau an den Morgen, an dem mich mein Vater
zum ersten Mal zum Friedhof der Vergessenen Bücher mitnahm. (Der Schatten des
Windes/Carlos Ruiz Zafón)
7. Die Haut. Das größte Organ des Menschen ist zugleich das am wenigsten
beachtete. (Leichenblässe/Simon Beckett)
8. Der Tag, an dem ich starb, hat nicht wirklich Spaß gemacht. (Mieses
Karma/David Safier)
9. Der Junge, der bald sterben würde, lachte und befreite sich aus der
Umarmung. (Der unglückliche Mörder/Håkan Nesser)
10. Weit draußen in den unerforschten Einöden eines total aus der Mode
gekommenen Ausläufers des westlichen Spiralarms der Galaxis leuchtet unbeachtet
eine kleine gelbe Sonne. (Per Anhalter durch die Galaxis/Douglas Adams)
In
verschiedenen Schreibratgebern liest man, dass der erste Satz der wichtigste
sei und den Leser im Idealfall so fesselt, dass er das Buch nicht mehr aus der
Hand legt. Inwiefern die oben genannten Sätze dies tun, sei mal dahingestellt.
Meine absoluten Favoriten sind Anfangssatz Nr. 8 und Nr. 4.
Nr. 4 finde ich deshalb so toll, weil der letzte Band der Reihe ganz ähnlich endet und der Kreis sich somit schließt.
Wie lauten die Anfangssätze eurer Lieblingsbücher?

Mindhopping

Vor ein paar Tagen habe ich “die Larve” von Jo Nesbø zu Ende gelesen.
Eigentlich gefiel mir der Krimi recht gut, doch zwei Punkte habe ich dennoch zu bemängeln.

1. Das Ende
Es handelt sich bei diesem Buch um den neunten Fall des Ermittlers Harry Hole. Vielleicht hatte der Autor einfach keine Lust mehr auf diesen Charakter oder er hat sich über die Beliebtheit seiner Figur bei den Fans geärgert. Jedenfalls spräche das Ende dieses Buches dafür. Ohne zu viel verraten zu wollen, kann man sagen, dass ich selten ein Buch gelesen habe, bei dem das Ende so destruktiv und unbefriedigend daher kam wie hier.

2. Mindhopping
In JEDEM Schreibratgeber kommt man irgendwann an einen Punkt, an dem dem angehenden Schreiberling geraten wird, unter gar keinen Umständen mitten im Kapitel die Erzählperspektive zu wechseln. Wenn man dieses Buch liest, kommt einem unweigerlich der Gedanke, dass dies nur für Schreibanfänger gilt.
Eigentlich ist ein Perspektivenwechsel ja interessant. Doch leider trennt Nesbø die Wechsel der Sichtweise nicht durch ein neues Kapitel. So dass ich neue Absätze oft doppelt lesen musste, weil ich dachte, eine andere Person handle/denke gerade.
So häufig wie in diesem Buch ist mir Mindhopping noch nie begegnet. Mich hat das ziemlich genervt.

Schade eigentlich, denn ansonsten ist der Schreibstil gut und man wird recht rasant durch die Geschichte geführt.

Krimiwettbewerb

Vor einiger Zeit habe ich am rororo-Krimiwettbewerb teilgenommen.
rororo-krimischule.de
Am 1.10. wurden die Gewinner benachrichtigt.
Leider war mein Beitrag nicht dabei. Aber sehr groß waren meine Chancen auch nicht, denn insgesamt haben fast 400 Autoren eine Geschichte im Umfang eines Romans eingereicht.
Jetzt heißt es Augen für die nächsten Wettbewerbe offen halten.
Derweil kann ich die bereits geschriebene Geschichte überarbeiten, oder mein neuestes Projekt zu Papier bringen.

Ab geht die Post!

Nachdem ich mir ein Autorenprofil angelegt habe, lag der nächste Schritt nahe. Daher also dieser Blog. Ich werde hier meinen Weg vom “Createspace”-Autor zum “veröffentlichten”-Autor beschreiben.

Der Anfang ist gemacht.
Es liegt ein gutes Stück Arbeit vor mir.

LG

J.H.