Rezension: Buchwächter: Das Buch der Phantasien

Buchwächter von Andreas Hagemann


Worum geht es?

In Andreas Hagemanns “Buchwächter” geht es um Finn, der in einfachen Verhältnissen auf einem Bauernhof lebt. Seine Eltern lassen ihn zur Schule gehen, damit er rechnen, schreiben und lesen lernt, was Finn mehr interessiert als das Leben und die Arbeit auf dem Bauernhof.
Als er eines Tages vor seinen Mitschülern flieht, die ihn verprügeln wollen, findet er in Arthurs Buchladen Zuflucht. Schnell freundet er sich mit dem kauzigen Buchliebhaber an und lernt dessen magische Helfer kennen. Als Finn eine besondere magische Gabe entwickelt, ruft dies jedoch nicht nur die Buchwächter, sondern auch Nepomuk, Arthurs Gegenspieler, auf den Plan.
Finn entdeckt, dass Bücher tatsächlich ein Schlüssel zu fremden und fantastischen Welten sein können und wie wichtig es ist, sie zu beschützen.

Was gefällt mir gut?

Als ich mein Exemplar des Buchwächters in der Hand hatte, musste ich es erstmal eine Weile staunend betrachten, denn das Cover ist unglaublich schön. Im Verlauf der Geschichte erfährt man, weshalb das Cover so gestaltet ist, was das Äußere mit dem Inhalt des Buches verknüpft.
Die Geschichte selbst lässt ebenfalls kaum Wünsche offen. Sobald man Finn bei seiner Flucht aus der Schule verfolgt, taucht man in die fantasievolle Atmosphäre dieses Buches ein. Die Seiten fliegen nur so dahin, während die liebenswerten Charaktere den Leser durch die Rahmenhandlung und spannungsreichere Abschnitte lotsen. Die Hauptcharaktere sind detailliert und liebevoll ausgestaltet und zu jeder Zeit glaubwürdig.
Gut gefallen hat mir auch die magische Fähigkeit des Protagonisten. Es macht Spaß, Finn dabei zu beobachten, wie er mit seiner Magie die Bösen an der Nase herumführt.
Für mich war einer der schönsten Momente im Buch der, als der Drache Nerol seinen Auftritt hatte. Ich finde ihn einfach großartig und freue mich, dass Andreas Hagemann ihn auch in diese Geschichte eingebaut hat.

Was stört mich?

Es gibt nicht viel, das ich an diesem Buch bemängeln kann.
Wie anderen Lesern vor mir, ist mir ebenfalls aufgefallen, dass die Geschichte zu Beginn etwas an die unendliche Geschichte erinnert. Da sich der “Buchwächter” jedoch gleich nach dem Anfang in eine andere Richtung entwickelt, stört mich dies nicht wirklich, sondern löst angenehme Erinnerungen an das Lesen der alten Geschichte aus.
Der einzige Punkt, den man eventuell kritisieren könnte, ist, dass die Geschichte wirklich durch und durch nett ist. Sie ist zwar durchaus spannend, doch man weiß immer, dass man mit Finn und Arthur auf der sicheren Seite ist. Vielleicht hätte man der Geschichte noch ein wenig mehr Dramatik einhauchen können, wenn die Fähigkeit des Hauptcharakters nicht ganz so stark gewesen wäre oder wenn er weniger überlegt handeln würde. Doch dies ist eindeutig Geschmackssache und meine Empfindung ist sicher zum Teil der Tatsache geschuldet, dass ich überwiegend brutalere Werke lese.

Fazit

Andreas Hagemanns “Buchwächter” ist ein Buch, das ich ohne Einschränkungen empfehlen kann. Es enthält alles, was eine gute Geschichte benötigt:

  • liebenswerte Charaktere
  • Spannung
  • eine fantasievolle Atmosphäre
  • einen fiesen Bösewicht
  • Magie

Ich hatte viel Spaß beim Lesen und freue mich bereits auf den nächsten Teil.

Rezension: Lockwood&Co – Die seufzende Wendeltreppe

Ich habe vor einiger Zeit einen Gutschein gewonnen und mir daher ein paar Bücher von Arvelle.de bestellt. Die ersten beiden habe ich inzwischen ausgelesen und möchte euch heute das Buch “Lockwood & Co – Die seufzende Wendeltreppe” von Jonathan Stroud vorstellen.

Worum geht es?

In London, zu einer Zeit, in der Geister und Dämonen das ganze Land unsicher machen und Menschen umbringen, gibt es eine Menge Agenturen, die versuchen sich dieses Problems anzunehmen. Eine von ihnen ist die Agentur Lockwood & Co, die mit ihren drei jungen Agenten versucht, die etablierte Szene aufzumischen. Wie alle Agenturen ist auch diese auf die besonderen Fähigkeiten von Kindern angewiesen, doch bei Lockwood & Co gibt es keinen erwachsenen Berater, der Lockwood, Lucy und George zur Seite steht. Gerade als sich das Team zusammenrauft, gerät durch einen Unfall alles außer Kontrolle. Die Geschädigten verlangen eine hohe Summe als Schadensersatz, weshalb die drei Agenten ihr Leben und die Agentur riskieren müssen, um beim nächsten Job eine Spukvilla von ihren Dämonen bzw. Geistern zu befreien.

Was gefällt mir gut?

Die ganze Geschichte ist trotz des fantastischen Settings streng logisch aufgebaut. Es gibt nicht einen Moment, in dem man an den Motiven der Charaktere zweifelt oder in dem das Handeln der Charaktere nicht eine logische Folge von gegebenen Tatsachen wäre. Besonders beeindruckt hat mich, dass die Anschlussszenen immer perfekt angegliedert waren. Also hielt Lucy in einer Szene ihre Koffer in den Händen, kann sie in der folgenden Szene nicht noch zusätzlich eine Taschenlampe tragen. Daher hält sie die Taschenlampe mit dem Mund.

Die Geschichte ist spannend und abwechslungsreich geschrieben. Die Charaktere sind hervorragend ausgearbeitet und man fiebert mit den drei Agenten mit, wenn sie ihren neuen Auftrag angehen.

Außerdem hat mir gut gefallen, dass die Geschichte eine Vielzahl verschiedener Konflikte enthält, die zwischen den einzelnen Haupt- und Nebenfiguren schwelen und schöne Spannungsbögen kreieren.

Was stört mich?

Nicht viel eigentlich. Ein wenig schade fand ich, dass ich etwa ab der Hälfte wusste, was “damals” passiert sein musste und wer der Bösewicht in der Geschichte ist. Trotzdem fand ich es spannend zu beobachten, welche Wege die drei gehen mussten, damit sie am Ende zu der von mir bereits vorausgeahnten Lösung des Falls kamen.

Fazit

Obwohl das Buch sich ja eher an ein jüngeres Publikum richtet, konnte es mich durchweg überzeugen. Ich fand viele Szenen spannend und würde gerne den nächsten Teil lesen, sobald ich meinen Stapel ungelesener Bücher abgearbeitet habe 😉

Für alle, die leicht gruselige Geschichten mit tollen Dialogen und zwischenmenschlichen Konflikten mögen und fantastische Elemente in Geschichten nicht scheuen, spreche ich eine klare Leseempfehlung aus.