Rezension: Buchwächter: Das Buch der Phantasien

Buchwächter von Andreas Hagemann


Worum geht es?

In Andreas Hagemanns “Buchwächter” geht es um Finn, der in einfachen Verhältnissen auf einem Bauernhof lebt. Seine Eltern lassen ihn zur Schule gehen, damit er rechnen, schreiben und lesen lernt, was Finn mehr interessiert als das Leben und die Arbeit auf dem Bauernhof.
Als er eines Tages vor seinen Mitschülern flieht, die ihn verprügeln wollen, findet er in Arthurs Buchladen Zuflucht. Schnell freundet er sich mit dem kauzigen Buchliebhaber an und lernt dessen magische Helfer kennen. Als Finn eine besondere magische Gabe entwickelt, ruft dies jedoch nicht nur die Buchwächter, sondern auch Nepomuk, Arthurs Gegenspieler, auf den Plan.
Finn entdeckt, dass Bücher tatsächlich ein Schlüssel zu fremden und fantastischen Welten sein können und wie wichtig es ist, sie zu beschützen.

Was gefällt mir gut?

Als ich mein Exemplar des Buchwächters in der Hand hatte, musste ich es erstmal eine Weile staunend betrachten, denn das Cover ist unglaublich schön. Im Verlauf der Geschichte erfährt man, weshalb das Cover so gestaltet ist, was das Äußere mit dem Inhalt des Buches verknüpft.
Die Geschichte selbst lässt ebenfalls kaum Wünsche offen. Sobald man Finn bei seiner Flucht aus der Schule verfolgt, taucht man in die fantasievolle Atmosphäre dieses Buches ein. Die Seiten fliegen nur so dahin, während die liebenswerten Charaktere den Leser durch die Rahmenhandlung und spannungsreichere Abschnitte lotsen. Die Hauptcharaktere sind detailliert und liebevoll ausgestaltet und zu jeder Zeit glaubwürdig.
Gut gefallen hat mir auch die magische Fähigkeit des Protagonisten. Es macht Spaß, Finn dabei zu beobachten, wie er mit seiner Magie die Bösen an der Nase herumführt.
Für mich war einer der schönsten Momente im Buch der, als der Drache Nerol seinen Auftritt hatte. Ich finde ihn einfach großartig und freue mich, dass Andreas Hagemann ihn auch in diese Geschichte eingebaut hat.

Was stört mich?

Es gibt nicht viel, das ich an diesem Buch bemängeln kann.
Wie anderen Lesern vor mir, ist mir ebenfalls aufgefallen, dass die Geschichte zu Beginn etwas an die unendliche Geschichte erinnert. Da sich der “Buchwächter” jedoch gleich nach dem Anfang in eine andere Richtung entwickelt, stört mich dies nicht wirklich, sondern löst angenehme Erinnerungen an das Lesen der alten Geschichte aus.
Der einzige Punkt, den man eventuell kritisieren könnte, ist, dass die Geschichte wirklich durch und durch nett ist. Sie ist zwar durchaus spannend, doch man weiß immer, dass man mit Finn und Arthur auf der sicheren Seite ist. Vielleicht hätte man der Geschichte noch ein wenig mehr Dramatik einhauchen können, wenn die Fähigkeit des Hauptcharakters nicht ganz so stark gewesen wäre oder wenn er weniger überlegt handeln würde. Doch dies ist eindeutig Geschmackssache und meine Empfindung ist sicher zum Teil der Tatsache geschuldet, dass ich überwiegend brutalere Werke lese.

Fazit

Andreas Hagemanns “Buchwächter” ist ein Buch, das ich ohne Einschränkungen empfehlen kann. Es enthält alles, was eine gute Geschichte benötigt:

  • liebenswerte Charaktere
  • Spannung
  • eine fantasievolle Atmosphäre
  • einen fiesen Bösewicht
  • Magie

Ich hatte viel Spaß beim Lesen und freue mich bereits auf den nächsten Teil.

Rezension: Blut gegen Blut 2

Blut gegen Blut2

Worum geht es?

In “Blut gegen Blut 2” von Benjamin Spang geht es erneut um Katrina Reichenlicht, die diesmal versucht, ihre Familie vor dem Tod zu retten. Aus diesem Grund will sie die sogenannte Blutschrift finden. Doch auch Vampirkönigin Eliska, die Bluthexe Faedora und Edgar der Schriftjäger haben es auf das Dokument abgesehen.

Was gefällt mir gut?

Wie auch schon im ersten Teil rennt Katrina von einer Gefahrensituation in die nächste und muss diese mit teilweise drastischen Mitteln lösen. Dies führt dazu, dass die Spannung beim Lesen kontinuierlich hoch ist und man förmlich durch die 500 Seiten fliegt. Es gibt reichlich Action sowie etliche Szenen, die blutig enden. Daran und an den “Das kann der Autor doch nicht machen!”- Momenten hätte selbst Quentin Tarantino seine Freude.

Die Story ist vielschichtig angelegt und bietet Einblicke in die Sichtweise der unterschiedlichen Hauptcharaktere. Sowohl Katrina als auch Helena sind starke Persönlichkeiten, die sich durch nichts und niemanden von ihren Zielen abhalten lassen. Trotzdem zeigen beide persönliche Schwächen, die die Figuren glaubwürdig machen. Besonders gefallen hat mir Katrinas Entwicklung in Bezug auf ihre Familie und ihre Entscheidung am Schluss, die zeigt, wie erwachsen sie geworden ist, und dass sie gelernt hat, mit der Situation umzugehen.

Die übergeordnete Thematik wurde geschickt in den Plot eingearbeitet. Es geht um das Schüren der Angst der Menschen vor dem Unbekannten, hier in Form der Werwölfe und Vampire, die von den Menschen als blutrünstige Monster gesehen werden. Aktueller könnte die Thematik kaum sein.

Besonders hervorheben möchte ich, dass dieses Buch trotz der Tatsache, dass es laut Autor einen dritten Teil geben wird, ein sehr zufriedenstellendes Ende hat.

Was stört mich?

Wie schon beim ersten Teil gibt es auch hier nicht viel zu bemängeln.

Bei Teil 1 hat mir der teilweise recht lockere Ton, mit dem Menschen, Werwölfe und Vampire niedergemetzelt wurden, nicht recht gefallen. Doch in Teil 2 ist der Ton generell ernster und die Geschichte dunkler, was der Thematik gut tut.

Unschön fand ich lediglich die Darstellung der Tötung mehrerer Kinder, doch dies war für die Geschichte notwendig und zeigt die Grausamkeiten, zu denen Menschen/Vampire fähig sind, wenn sie sich von ihren Ideologien blenden lassen.

Fazit

Es hat mir Spaß gemacht, Blut gegen Blut 2 zu lesen. Meine Erwartungen hinsichtlich Story und Charakterentwicklung wurden nicht enttäuscht und ich freue mich schon auf Band 3, auch wenn ich mich frage, wie das Ganze ausgehen soll.

Rezension: Seelenläufer

Seelenläufer
Cover Seelenläufer
Seelenläufer von Bianca Fuchs


Worum geht es?

Zoyas Welt bricht zusammen, als ihr Großvater stirbt. Doch der Schmerz, den sie empfindet, ist tiefgreifend und zwingt sie dazu, eine Verwandlung durchzumachen. Als Zoya nach ihrem Martyrium erwacht, ist nichts mehr wie zuvor. Zum Glück helfen ihr Jasper und dessen Vater, die magischen Veränderungen zu verstehen.

Und dann taucht plötzlich Rob auf, den Zoya anziehend findet, obwohl Jasper und sein Vater sie vor ihm warnen.

Was gefällt mir gut?

In flüssigem Schreibstil vermag es die Autorin, mich als Leserin mit ihrer spannenden Geschichte in den Bann zu ziehen. Die Charaktere sind glaubwürdig, vielschichtig und abgesehen von Jasper, den ich ziemlich zickig finde, auch sympathisch.

Das Setting ist ungewöhnlich und die Art, wie Magie ausgeübt wird, ist für mich neu. Ich kann mich nicht daran erinnern, schon einmal etwas Ähnliches im Bereich Urban-Fantasy gelesen zu haben. Besonders spannend fand ich den Aspekt der Bedeutungen der Farben der verschiedenen Seelen.

Auch die Gestaltung des Buches gefällt mir gut. Das Cover lädt zum Lesen ein und auch der Satz ist gelungen. Fehler habe ich ebenfalls keine entdeckt.

Was stört mich?

Nicht so toll fand ich den klassischen Romeo-und-Julia-Hintergrund der Geschichte, doch ich bin generell kein großer Fan von Liebesgeschichten und daher war das zu erwarten. In den meisten Urban-Fantasy-Geschichten gibt es mindestens eine Liebesgeschichte und auch eine typische Dreiecksbeziehung. Dieser Roman macht da keine Ausnahme. Von daher denke ich, dass die Lesererwartungen des Genres getroffen werden. Ich möchte betonen, dass die Geschichte zu keinem Zeitpunkt unglaubwürdig oder kitschig wirkte, so dass ich für das Vorhandensein einer Liebesgeschichte keine Sterne abziehen will.

Fazit

Wenn man einen spannenden Roman im Genre Urban-Fantasy sucht, der sowohl die klassischen Themen wie “Magie”, “Veränderung in der Jugend” und “Liebe” abdeckt als auch actionreich ist, ist man mit diesem Roman gut beraten.

Die Geschichte berührt und es gab viele spannende Szenen, weshalb mir das Lesen trotz meiner mangelnden Begeisterung für Liebesgeschichten sehr gefallen hat. “Seelenläufer” macht Lust auf mehr!

Rezension: Lockwood&Co – Die seufzende Wendeltreppe

Ich habe vor einiger Zeit einen Gutschein gewonnen und mir daher ein paar Bücher von Arvelle.de bestellt. Die ersten beiden habe ich inzwischen ausgelesen und möchte euch heute das Buch “Lockwood & Co – Die seufzende Wendeltreppe” von Jonathan Stroud vorstellen.

Worum geht es?

In London, zu einer Zeit, in der Geister und Dämonen das ganze Land unsicher machen und Menschen umbringen, gibt es eine Menge Agenturen, die versuchen sich dieses Problems anzunehmen. Eine von ihnen ist die Agentur Lockwood & Co, die mit ihren drei jungen Agenten versucht, die etablierte Szene aufzumischen. Wie alle Agenturen ist auch diese auf die besonderen Fähigkeiten von Kindern angewiesen, doch bei Lockwood & Co gibt es keinen erwachsenen Berater, der Lockwood, Lucy und George zur Seite steht. Gerade als sich das Team zusammenrauft, gerät durch einen Unfall alles außer Kontrolle. Die Geschädigten verlangen eine hohe Summe als Schadensersatz, weshalb die drei Agenten ihr Leben und die Agentur riskieren müssen, um beim nächsten Job eine Spukvilla von ihren Dämonen bzw. Geistern zu befreien.

Was gefällt mir gut?

Die ganze Geschichte ist trotz des fantastischen Settings streng logisch aufgebaut. Es gibt nicht einen Moment, in dem man an den Motiven der Charaktere zweifelt oder in dem das Handeln der Charaktere nicht eine logische Folge von gegebenen Tatsachen wäre. Besonders beeindruckt hat mich, dass die Anschlussszenen immer perfekt angegliedert waren. Also hielt Lucy in einer Szene ihre Koffer in den Händen, kann sie in der folgenden Szene nicht noch zusätzlich eine Taschenlampe tragen. Daher hält sie die Taschenlampe mit dem Mund.

Die Geschichte ist spannend und abwechslungsreich geschrieben. Die Charaktere sind hervorragend ausgearbeitet und man fiebert mit den drei Agenten mit, wenn sie ihren neuen Auftrag angehen.

Außerdem hat mir gut gefallen, dass die Geschichte eine Vielzahl verschiedener Konflikte enthält, die zwischen den einzelnen Haupt- und Nebenfiguren schwelen und schöne Spannungsbögen kreieren.

Was stört mich?

Nicht viel eigentlich. Ein wenig schade fand ich, dass ich etwa ab der Hälfte wusste, was “damals” passiert sein musste und wer der Bösewicht in der Geschichte ist. Trotzdem fand ich es spannend zu beobachten, welche Wege die drei gehen mussten, damit sie am Ende zu der von mir bereits vorausgeahnten Lösung des Falls kamen.

Fazit

Obwohl das Buch sich ja eher an ein jüngeres Publikum richtet, konnte es mich durchweg überzeugen. Ich fand viele Szenen spannend und würde gerne den nächsten Teil lesen, sobald ich meinen Stapel ungelesener Bücher abgearbeitet habe 😉

Für alle, die leicht gruselige Geschichten mit tollen Dialogen und zwischenmenschlichen Konflikten mögen und fantastische Elemente in Geschichten nicht scheuen, spreche ich eine klare Leseempfehlung aus.

Rezension: Blut gegen Blut

Blut gegen Blut

Blut gegen BlutWorum geht es?

Im Lande Nuun herrscht Krieg zwischen Menschen, Werwölfen und Vampiren. In dieser Welt ist es normal, dass Menschen in den Krieg ziehen oder einfach verschwinden. Für Katrina macht das Leben keine Ausnahme. Den Schmerz über Ihre Verluste verarbeitet sie durch Selbstverletzung und ist immer wieder hin- und hergerissen zwischen dem Pflichtgefühl ihrer Mutter gegenüber und dem Drang, sich selbst zu schützen und Abstand zu suchen. Doch eines Tages gerät Katrina zwischen die Fronten des Krieges und sie ist sich plötzlich gar nicht mehr sicher, auf wessen Seite sie eigentlich steht.

Was gefällt mir gut?

Fantasy ist heute oft von Klischees durchzogen. Zum Glück gibt es in “Blut gegen Blut” keine Glitzervampire oder Pin-up-Werwölfe. Es gibt Blut und Dreck, viele Tote und vor Allem eine spannende Handlung. Während man Katrina auf ihrem Weg begleitet, erfährt man Stück für Stück mehr über ihre Vergangenheit und lernt die Welt Nuun, ihre Regeln, Werte und Normen durch Katrinas Augen kennen.

Auch die anderen Charaktere sind vielschichtig und glaubwürdig. Besonders gefallen hat mir die Werwölfin Lisunki, die eine von mehreren starken Frauen ist, die in diesem Buch auftreten. Insgesamt bildet die Mischung aus guten Charakteren und einer tollen Story eine stimmige Geschichte in einer ungewöhnlichen Welt ohne Sonne.

Was stört mich?

Eigentlich nicht viel. Ein wenig gestört hat mich, dass die beschriebenen Szenen an eine “Splatter-Film-Veralberung” erinnern, weil der Ton der Geschichte die gezeigten Grausamkeiten in ironischer Weise untermalt. Angefangen bei der ersten Todesszene im Buch, bis zu diversen Kettensegenschwertkämpfen, zieht sich dieses Element durch den ganzen Roman. Nur das Ende bildet hier eine Ausnahme.

Manchmal war mir dieser Ton etwas zu “leicht” und ich habe mich gefragt, ob eine dunklere Athmosphäre dem Werk nicht gut getan hätte. Aber wie so Vieles ist das natürlich Geschmackssache und im Vergleich zu anderen Vampirromanen ist Blut gegen Blut deutlich weniger “weichgespült”.

Fazit

Ich hatte viel Spaß beim Lesen des Buches und habe es genossen Katrina auf ihrer Reise ein Stück zu begleiten. Besonders das Finale fand ich toll. Hier haben meiner Meinung nach Ton und Handlung zu hundert Prozent zusammengepast. Die Charaktere haben sich toll entwickelt und ich hatte nach dem Ende des Romans Lust, direkt den Nachfolger zu lesen. Schade, dass wir darauf wohl noch eine Weile warten müssen.

Rezension: Ich bin der Zorn

Ich bin der Zorn

Ich bin der ZornWorum geht es?
In dem Thriller “Ich bin der Zorn” von “Ethan Cross” werden Special Agent Marcus Williams und sein Team zu einem Versuchsgefängnis in Foxbury gerufen, um herauszufinden, was einen Wärter dazu veranlasste, Insassen zu erschießen und eine Bombe zu zünden. Als der vermeintliche Täter stirbt und das Gefängnisexperiment aus dem Ruder zu laufen droht, muss Marcus auf Unterstützung seines Bruders, des Serienkillers Francis Ackermann Jr., zurückgreifen, um den Fall zu lösen.

Was gefällt mir gut?
Sehr beeindruckt hat mich der Charakter „Francis Ackermann Jr.“, der, obgleich ein Psychopath, unglaublich authentisch wirkt. Mit seiner hochnäsigen Art und seinen intelligenten Aussagen trägt er dazu bei, dass die Geschichte nicht zu einseitig „gut“ wirkt und sich von anderen Thrillern dieser Art abhebt.
Die Story ist zudem sehr actionreich und spannend, weshalb der Leser kaum Möglichkeiten hat, sich von vorangegangenen Ereignissen zu erholen.
Nach und nach werden die Hintergrundgeschichten der Hauptcharaktere ein Stück weit enthüllt, so dass man trotz der Tatsache, dass dies der vierte Roman der Reihe ist, nicht das Gefühl hat, etwas verpasst zu haben.
Das Ende der Geschichte überrascht noch einmal und schließt die Geschichte in einer interessanten Art und Weise ab.

Was stört mich?
Manche Dinge haben mich beim Lesen irritiert oder gestört. Allem voran die Tatsache, dass der Ermittler Marcus auf gefühlt jeder Seite seinen Nacken ein bis zwei Mal knacken lässt. Auch das Verhalten einiger Charaktere fand ich persönlich etwas zu klischeehaft. Zum Beispiel geht Maggie irgendwann im Alleingang vor, weil sie auf ihren Freund sauer ist. Dies habe ich als sehr unrealistisch empfunden. Etwas nervig fand ich auch die Fehler, die offenbar durch die Übersetzung in den Roman gelangt sind. An einer Stelle wird Marcus plötzlich mit k geschrieben, was mich völlig aus dem Lesefluss gerissen hat.
Eine andere Stelle, die mich gestört hat, war die Brutalität gegenüber einem Jungen, die geschildert wurde, wobei das sicherlich dem Genre geschuldet ist und von vielen Lesern so erwartet wird.

Fazit
Es handelt sich bei diesem Buch um das erste, das ich ausschließlich aufgrund des Covers gekauft habe. Ich hatte keinerlei Erwartungen an den Inhalt und bin positiv überrascht. Ich hatte viel Spaß beim Lesen, auch wenn ich hin und wieder die Augen vedrehen musste, wenn Marcus zum hundertsten Mal seinen Nacken knacken ließ.

Rezension: Ersticktes Matt

ersticktes matt

ersticktes mattVor ein paar Tagen habe ich den Steam-Punk-Krimi “Ersticktes Matt” von Nina C. Hasse zu Ende gelesen. Hier findet ihr meine Meinung dazu.

Worum geht es?

Die Geschichte spielt in New York im Jahre 1893. In den Floodlands, einem Armenviertel am East River, wird die dritte Leiche einer jungen Frau gefunden, die eine Schachfigur in der Hand hält. Die Ermittler des New York Floodlands Police Departments und ihr Berater, Gesichtsanalytiker Remy Lafayette, stehen vor der Herausforderung den Mörder zu finden, bevor dieser sein nächstes Opfer trifft.

Das Setting der Geschichte ist das New York des 19. Jahrhunderts, in einer alternierenden Realität, in der sich durch die übertriebene Industriealisierung und damit verbundene Umweltverschmutzung ein beschleunigter Klimawandel und ein damit einhergehender Anstieg der Meeresspiegel ereignet hat. Die in New York eingetroffenen Flüchtlingsstöme müssen überwiegend in den Armenvierteln am East River in Slums hausen und werden von der New Yorker Bevölkerung als Abschaum betrachtet.

Was gefällt mir gut?

Obgleich ich nie zuvor ein Buch aus dem Steam-Punk-Genre gelesen habe, gefällt mir die ausgefeilte Logik hinter dem Setting sehr. Es gibt immer wieder Überschneidungen und Ähnlichkeiten zur Realität und die Probleme der damaligen Zeit werden charmant in Steam-Punk-Manier gelöst. Zum Beispiel benutzt man zur Kommunikation den sogenannten “Notarius”, eine Maschine, die die Gestalt eines Menschen hat und Nachrichten empfangen und aufschreiben kann.

Die Charaktere sind vielschichtig aufgebaut und wirken glaubwürdig, da sie nicht nur positive, sondern auch negative Eigenschaften haben und mit ihren persönlichen Problemen kämpfen, während sie an der Aufgabe arbeiten, den Schachbrettmörder dingfest zu machen. Besonders die Verstrickungen der Charaktere in den aktuellen Fall führen dazu, dass mat mit ihnen mitfiebert und versucht herauszufinden, wer der Mörder ist.

Von der technischen Seite her hat mir gefallen, dass die Sprache nicht zu anspruchslos ist und es nur sehr wenige Rechtschreibfehler gibt. Die Autorin hat sehr darauf geachtet, dem Leser stets zu verdeutlichen, aus wessen Sicht gerade erzählt wird. Der Satz ist meiner Meinung nach gelungen und das Coverdesign sticht sofort heraus, weil es zweifarbig ist und exakt zum Thema passt. Besser hätte man es kaum machen können. Manchmal ist weniger eben mehr!

Was stört mich?

Der einzige Punkt, der mir negativ aufgefallen ist, war die Tatsache, dass ich schon knapp nach der Hälfte (auf dem Kindle bei 62%) wusste, wer der Täter ist. Das ist natürlich nicht schlimm und ich weiß, dass ich darin ganz gut bin, doch ein wenig schade fand ich das zu dem Zeitpunkt schon. Trotzdem hat das der Lesefreude keinen großen Abbruch getan, weil es ja noch Nebenhandlungen gibt, die man dank der toll ausgearbeiteten Charaktere ebenso wichtig findet.

Fazit

Ich war erst skeptisch, ob mir ein Steam-Punk-Krimi gefallen würde. Ich kannte mich bis dahin gar nicht mit der Thematik aus und hatte Bedenken, dass ich das alles total unrealistisch und übertrieben finde.

Diese Befürchtung hat sich NICHT bewahrheitet. Das Setting ist absolut glaubwürdig und detailliert beschrieben. Ich hatte keinerlei Schwierigkeiten mir die unterschiedlichen Maschinen vorzustellen und mich in diese Welt hineinzuversetzen.

Die Geschichte kann überzeugen, enthält viele spannende Momente und lädt zum miträtseln ein. Die Charaktere sind toll und ich frage mich, wie es wohl weitergehen wird.

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung! Ich würde mich über eine Fortsetzung freuen!

Rezension: Nächte der Toten

Ich habe diesen Monat Tim Voglers “Nächte der Toten” durchgelesen und möchte es euch hier kurz vorstellen.

Worum geht es?

Im Zukunfts-Berlin von 2049 rollt nach dem Tod des Kanzlers eine Mordwelle durch alle Stadtteile. Die Ermittler Castorf, Maxim, Doc Orlov und Vasquez haben alle Hände voll damit zu tun, nicht im Sumpf aus Intrigen und Verbrechen zu versinken.

Was mir gut gefallen hat

Die Story beginnt direkt mit einem Mord und zieht den Leser von Anfang an in ihren Bann. Das Setting empfinde ich als spannend und neu und bin positiv überrascht von der Wendung am Schluss.
Viele der Charaktere, wie zum Beispiel “Doc Orlov” oder “Frucht-Helene” sind authentisch und tragen dazu bei, dass man sich in die Geschichte hineinversetzt fühlt und mit den Charakteren fiebert.
Aus technischer Sicht hat mir besonders gefallen, dass das Buch trotz Indie-Veröffentlichung professionell aufgemacht ist. Das Cover spricht für sich und besticht durch seine Klarheit und die kontrastreichen Farben. Auch im Buch setzt sich der professionelle Look durch gelungenen Satz, gut lesbare Schrift und optisch gelungene Gestaltung der Kapitelanfänge (mittels Großbuchstaben und Schnörkel) fort. Ich muss allerdings dazu sagen, dass ich die elektronische Version gelesen habe und keine Aussagen zum gedruckten Werk abgeben kann.

Was stört?

Es handelt sich bei dem Thriller um die Fortsetzung des Thrillers “Stunde der Rache”, der ebenfalls im Zukunfts-Berlin von 2049 spielt und dessen Handlung der von “Nächte der Toten” vorangegangen ist. Auf Amazon heißt es, dass die Teile unabhängig voneinander lesbar sind, doch das gestaltet sich nicht gerade einfach,  denn schnell stellt man fest, dass die Story bereits in vollem Gange ist. Man wird mit einer Fülle von Charakteren geradezu erschlagen, die alle gleich wichtig zu sein scheinen und aus deren Perspektive abwechselnd berichtet wird.
In der Regel versucht der Autor die Perspektive innerhalb eines Kapitels bei einer Person zu lassen, doch hin und wieder werden plötzlich auch Gedanken anderer Personen geschildert, so dass ich zeitweise nicht wusste, wessen Gedanken ich gerade verfolge. Problematisch fand ich auch, dass die Charaktere sich äußerlich ähneln. Warum sind so viele Ermittler im Zukunftsberlin korpulent? Ich hatte an manchen Stellen Probleme, die Ermittler auseinander zu halten.
Zum Glück gibt es ein Personenverzeichnis, doch das Blättern ist auf meinem E-Reader umständlich und das Lesen des ersten Teils hätte sicher vieles erleichtert. Natürlich ist es meine eigene Schuld, dass ich nicht beim ersten Buch begonnen habe, doch ich ließ mich von der oben genannten Beschreibung beeinflussen.
Von der technischen Seite aus ist lediglich eine Tatsache zu bemängeln. Mir ist aufgefallen, dass es etwa ab dem zweiten Teil fast auf jeder zweiten Seite des E-Books einen Rechtschreibfehler gibt. Hier besteht also noch Nachbesserungsbedarf.

Fazit

Die Geschichte an sich kann überzeugen. Sie ist spannend und man fiebert mit den Charakteren mit. Auch das Setting und die Szenarien sind treffend und stimmig beschrieben und man kann sich hervorragend in die Zukunftswelt hineinversetzen.
Die Rechtschreibfehler und das Mindhopping dämpfen das Lesevergnügen leider ein wenig. Dass ich die Personen oft verwechselt habe und das Personenverzeichnis häufig benutzen musste, beziehe ich nicht in meine Abschlussbewertung ein, weil es ja zum Teil meine eigene Schuld ist, dass ich nicht zuvor “Stunde der Rache” gelesen habe.
Insgesamt hat mir die Lektüre trotzdem Spaß gemacht.