Lieber mal plotten?

Verfolgt man die Diskussion zum Thema “plotten”, also dem Planen des Inhalts von Geschichten, erscheint die Welt der Autoren zweigeteilt. Die eine Fraktion sagt, sie plotte nicht, sondern schreibe einfach drauflos. Die andere Fraktion hält diese Herangehensweise für vertane Zeit und belegt an zahlreichen erfolgreichen Autoren, wie viel besser geplottete Bücher seien.

 

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Pränostalgie

Bei Facebook sehe ich in letzter Zeit manchmal Beiträge, die einen Gegenstand zeigen und dazu schreiben: Like den Beitrag, wenn du das noch kennst.
Solche Posts bringen mich zum Schmunzeln und haben in der Regel sehr viele Likes und Kommentare. Wahrscheinlich durch die nostalgischen Gefühle, die das Bild oder die Kommentare auslösen.

Exakt dieses Phänomen ist mir auch an anderer Stelle schon begegnet. Und zwar in Büchern.

Ihr glaubt mir nicht?

Zum Beispiel fiel mir kürzlich folgender Satz in einem Stephen-King-Roman auf: 

“Ich weiß aber nicht, wie alt ich bin”, sagte ein Mann mit Stirnglatze, der eine Armbanduhr trug, deren rostiges Band mit Bindfaden geflickt war. (aus “Wind” von Stephen King)

Man muss dazu sagen, dass die Geschichte in einer dystopischen Welt spielt, in der sogenannte “Revolvermänner” für Recht und Ordnung sorgen. Technik ist entweder gar nicht erst vorhanden oder alt und kaputt, wie in dem oben beschriebenen Beispiel.

In der Reihe “Der dunkle Turm” gibt es solche Situationen relativ häufig. Das heißt, man stößt beim Lesen auf Dinge, die für die handelnden Personen ungewöhnlich, da technisch, sind, die für den Leser jedoch alltäglich erscheinen.
Das Gefühl, das beim Lesen ausgelöst wird, kann man am ehesten mit dem Wort “Pränostalgie” beschreiben. Es beschreibt, dass Dinge nostalgische Gefühle auslösen, bevor die Dinge tatsächlich Nostalgie sind.
Es fühlt sich an, wie wenn man ein Bild einer Videokassette oder eines Walkmans sieht und von einem Schulkind gefragt wird, was man bitteschön damit anfangen kann.

Das Seltsame dabei ist nur, dass die in den Büchern beschriebenen Dinge ja eigentlich tatsächlich alltäglich sind. Aber weil man so in der Geschichte “gefangen” ist, kommt man sich vor, als hätte man vor den handelnden Personen einen Wissensvorsprung.

Ich frage mich, ob dieser Effekt absichtlich eingesetzt wurde oder nur zufällig auftritt. Was meint ihr?

Bloß nicht zu viel verraten!

Kapitelüberschriften sind ein wichtiger Punkt, über den ich im Moment nachdenke.

Denn auf der einen Seite sollen sie nicht zu viel verraten, auf der anderen Seite möchte ich nicht, dass sie banal oder langweilig sind. Schließlich sollen sie beim Leser Erwartungen und Neugier wecken.

Es gibt verschiedenste Möglichkeiten Kapitel zu benennen. Bei der Durchsicht meiner Bücher sind mir immer wieder folgende Überschriftenarten aufgefallen:

Nummerierung
Viele Autoren, wie zum Beispiel Stephen King, Jussi Adler Olsen, Jo Nesbø oder auch Ursula Poznanski machen es sich leicht und nummerieren die Kapitel der Reihe nach durch. Das hat den Vorteil, dass der Leser sich leicht im Buch orientieren kann und trotzdem durch den Titel keine Vorabinformationen zum Inhalt bekommt.

Personennamen
Andere Autoren wie z.B. George R. R. Martin ziehen es vor, ihre Kapitel mit der Hauptperson zu betiteln. Das kann vor allem dann nützlich sein, wenn es viele handelnde Personen gibt und man durch diesen Kapiteltitel schon erfährt, aus wessen Sicht das folgende Kapitel geschrieben ist. Mindhopping wird ausgeschlossen und man behält leichter den Überblick.

passend zum Inhalt
J. K. Rowling oder auch Christopher Paolini und viele Weitere benennen ihre Kapitel nach dem Inhalt. Dabei gibt C. Paolini seinen Kapiteln eher knappe, dafür aber hochtrabend klingende Namen, die die Handlung relativ blumig umschreiben, ohne zu sehr ins Detail zu gehen. Beispiele: „Klausur der Könige“, „Interregnum“ oder „Seine Stimme, seine Hände“. J. K. Rowling benennt die Kapitel in den „Harry Potter“-Romanen nach dem, was den Leser inhaltlich erwartet. Beispiele: „The Woes of Mrs Weasley“ oder „Detention with Dolores“.

Mischformen
Manche Autoren benutzen Mischformen, wie z.B. Suzanne Collins, die bei den Tributen von Panem Abschnitte mit einem einzelnen Wort + Artikel benennt, Unterkapitel hingegen fortlaufend nummeriert.

Fazit
In meinem Fall werde ich wahrscheinlich ähnlich wie S. Collins eine Mischform anwenden. Im Augenblick gibt es in meinem Roman vier größere Abschnitte, die man gut mit einem einzigen passenden Wort überschreiben könnte. Innerhalb dieser Abschnitte gibt es viele unterschiedliche Szenen, die aufeinander aufbauen. Daher würde ich hier die Durchnummerierung vorziehen. Ich denke außerdem, dass ein Titel hier zu viel vorwegnehmen würde.

Fakt ist, dass man sich bei der klassischen Durchnummerierung der Kapitel in guter Gesellschaft befindet.